Marokko stockt HIMARS-Beschaffung auf: Zehn von 18 Startrampen vertraglich gebunden

Marokko kommt der Integration amerikanischer HIMARS-Raketenwerfer in die Königlichen Streitkräfte (FAR) einen Schritt näher. Nach einer Analyse der Fachwebsite Zona Militar vom 14. September sind zehn der insgesamt 18 von Washington genehmigten M142-HIMARS-Systeme bereits im US-Haushaltsprogramm für 2027 (Oktober 2026 bis September 2027) vertraglich gebunden.
Ein genauer Liefertermin – weder für diese zehn noch für die verbleibenden acht Startrampen – geht aus dem vorliegenden US-Dokument allerdings nicht hervor.
Grundlage: Genehmigung aus dem Jahr 2023
Die aktuelle Entwicklung geht auf eine im April 2023 von Washington erteilte Genehmigung zurück. Die Defense Security Cooperation Agency (DSCA) hatte damals grünes Licht für einen möglichen Verkauf an Marokko gegeben. Das Paket umfasst:
- 18 M142 HIMARS-Startrampen
- 40 taktische M57 ATACMS-Raketen
- 36 M31A2 GMLRS-Unitary-Raketen
- 36 M30A2 GMLRS-Raketen mit Alternativsprengkopf
- Unterstützungsausrüstung, Führungs- und Kontrollsysteme, Fahrzeuge, Kommunikations- und Navigationsgeräte, Ersatzteile, Schulungen sowie technische und logistische Unterstützung
Der geschätzte Gesamtwert des Pakets liegt bei 524,2 Millionen US-Dollar.
Neue Fähigkeit: Präzises Feuer über große Entfernungen
Mit der Integration von HIMARS erhalten die FAR eine neue Fähigkeit zum präzisen Feuern über große Distanzen. Das System kann verschiedene Munitionstypen einsetzen:
- GMLRS-Raketen: Reichweite von mehr als 70 Kilometern
- M57 ATACMS: Reichweite von etwa 300 Kilometern
Das System ist mobil und kann nach einem Feuerstoß schnell verlegt werden – ein Prinzip, das als „Schießen und Wegziehen“ bekannt ist.
Zum Paket gehören neben den Startplattformen auch 18 IFATDS-Systeme (International Field Artillery Tactical Data System) zur Feuerleitung und -kontrolle sowie neun HMMWV M1152A1-Fahrzeuge und weiteres logistisches Material. Damit soll den FAR eine integrierte Architektur aus Startrampen, Munition, Kommunikationsausrüstung und Unterstützungssystemen zur Verfügung gestellt werden.
Die DSCA begründete den Verkauf mit Marokkos Status als wichtigem Nicht-NATO-Verbündeten der USA. Der Schritt soll die Fähigkeit Marokkos stärken, auf gegenwärtige und zukünftige Bedrohungen zu reagieren, die eigenen Grenzen zu kontrollieren und die Interoperabilität mit den US-Streitkräften zu verbessern.
Diversifizierung der Raketenartillerie
Die HIMARS-Beschaffung ist Teil einer breiter angelegten Strategie: Marokko diversifiziert sein Arsenal an Langstrecken-Artilleriesystemen sowohl technologisch als auch hinsichtlich der Lieferländer.
- China: Das System PHL-03/AR2 – eine 300-Millimeter-Plattform mit zwölf Startrohren. Marokko soll schätzungsweise 36 dieser Systeme erworben haben; die Reichweite einiger Geschosse liegt bei 130 bis 150 Kilometern.
- Israel: Das PULS-System von Elbit Systems, ausgelegt für verschiedene Raketen- und Flugkörperfamilien.
- USA: HIMARS als neue amerikanische Plattform, kompatibel mit GMLRS und ATACMS.
Damit verfügt Marokko künftig über Raketenartillerie aus drei unterschiedlichen Lieferquellen – ein Ansatz, der sowohl die operative Flexibilität als auch die Unabhängigkeit von einzelnen Lieferanten erhöhen dürfte.



