Marokkos Beschaffung türkischer „Bayraktar Akinci“-Drohnen verändert regionale Machtverhältnisse

Die marokkanischen Streitkräfte beschleunigen ihr Aufrüstungsprogramm deutlich. Die geplante Lieferung fortschrittlicher türkischer Drohnen des Typs „Bayraktar Akinci“ an das Königreich stößt in Verteidigungskreisen der Nachbarländer auf großes Interesse und wachsende Besorgnis.
Eine in der spanischen Fachzeitschrift „The Diplomat“ veröffentlichte Analyse bewertet diesen Schritt als qualitativen Sprung, der Marokkos Bestreben untermauert, seine militärische Überlegenheit in der Region zu festigen. Der Militär- und Außenpolitikexperte Oscar Ruiz warnte nachdrücklich vor den direkten Auswirkungen dieser Entwicklung auf die nationale Sicherheit Spaniens. Er betonte, dass das neue Fluggerät als erste Drohne in der Region gelte, die Marschflugkörper aus der Luft abfeuern könne, was Marokko hochpräzise Operationen über große Entfernungen ermögliche.
Die von der türkischen Firma Baykar entwickelte Drohne verfügt über eine Spannweite von 20 Metern und kann bis zu 25 Stunden ununterbrochen fliegen, wobei sie eine Reichweite von bis zu 7.500 Kilometern erreicht. Zudem kann sie bis zu 1.500 Kilogramm schwere Waffen sowie präzisionsgelenkte Raketen der Typen SOM und Kaplan transportieren.
Die Vereinbarung ist Teil der marokkanischen Strategie, die Rüstungsquellen zu diversifizieren und eine umfassende Abschreckungsstreitmacht aufzubauen. Dazu zählen bereits der Betrieb von 19 Drohnen des Typs „TB2“, die Beschaffung amerikanischer „HIMARS“-Raketenwerfer, die Modernisierung der „F-16“-Kampfflugzeugflotte sowie Bemühungen um den Erwerb des Überwachungssatelliten „Ofek 13“. Damit werden die souveränen Optionen des Königreichs zur Sicherung seiner Grenzen und zur Stärkung seiner Position als starke regionale Macht untermauert.

