Koranschule im Königspalast
Im Alter von vier Jahren beginnt Mohammed VI. seine frühe Ausbildung an der Koranschule des Königspalasts.

König · 1999–heute
Mohammed VI. wurde am 21. August 1963 in Rabat geboren und bestieg am 23. Juli 1999 nach dem Tod seines Vaters Hassan II. den marokkanischen Thron. Sein öffentlich dokumentierter Werdegang umfasst eine juristische und politikwissenschaftliche Ausbildung, ein mehrmonatiges Praktikum in Brüssel bei Jacques Delors, militärische und diplomatische Aufgaben als Kronprinz sowie seit 1999 die Ausübung der verfassungsmäßigen Funktionen des Königs. Diese Seite trennt biografische Fakten, königliche Initiativen und staatliche Umsetzungsschritte bewusst voneinander und führt sie chronologisch zusammen.
Recht & Institutionen · Soziale Entwicklung · Infrastruktur · Afrika
Die offizielle marokkanische Biografie dokumentiert eine mehrstufige akademische Ausbildung. Nach dem Baccalauréat am Collège Royal studierte Mohammed VI. Rechtswissenschaften in Rabat, vertiefte Politikwissenschaft und öffentliches Recht und schloss 1993 in Frankreich eine rechtswissenschaftliche Promotion ab. Ein besonderer Praxisabschnitt war 1988 ein mehrmonatiges Praktikum in Brüssel direkt bei Jacques Delors, dem damaligen Präsidenten der Kommission der Europäischen Gemeinschaften.
Im Alter von vier Jahren beginnt Mohammed VI. seine frühe Ausbildung an der Koranschule des Königspalasts.
Er erhält das Primarschulzeugnis und setzt seine Schulausbildung am Collège Royal fort.
Abschluss der Sekundarschule am Collège Royal.
Abschluss an der Faculté des sciences juridiques, économiques et sociales in Rabat. Seine Abschlussarbeit behandelt die Arabisch-Afrikanische Union und Marokkos Strategie in den internationalen Beziehungen.
Er erhält mit Auszeichnung ein Certificat d’Études Supérieures (C.E.S.) in Politikwissenschaft.
Er erhält mit Auszeichnung ein weiterführendes Diplom im Bereich des öffentlichen Rechts.
Mehrmonatiges Praktikum in Brüssel direkt bei Jacques Delors, damals Präsident der Kommission der Europäischen Gemeinschaften, um die praktische Anwendung des zuvor studierten Rechts kennenzulernen.
Promotion an der Universität Nice-Sophia Antipolis mit der Arbeit „La coopération CEE-Maghreb“; die offizielle Biografie nennt die Bewertung „très honorable“ und Glückwünsche der Jury.
Bereits lange vor der Thronbesteigung wurde der damalige Kronprinz mit offiziellen Aufgaben im In- und Ausland betraut. Seine erste dokumentierte Auslandsmission führte ihn 1974 nach Paris. Später folgten organisatorische, militärische und repräsentative Aufgaben, darunter die Leitung des Organisationskomitees der Mittelmeerspiele von Casablanca und eine Funktion beim Generalstab der Königlichen Streitkräfte.
Als Kronprinz vertritt er Hassan II. bei der Gedenkfeier für den verstorbenen französischen Präsidenten Georges Pompidou in Notre-Dame de Paris.
Ehrenpräsident der Association Socio-Culturelle du Bassin Méditerranéen.
Hassan II. ernennt ihn zum Präsidenten des Organisationskomitees der IX. Mittelmeerspiele von Casablanca.
Er wird zum Koordinator der Büros und Dienste des Generalstabs der Königlichen Streitkräfte ernannt.
Beförderung zum Général de Division.
Präsident der Association Royale Marocaine du Cheval de Selle und Ehrenpräsident der Vereinigung TAFILELT; weitere nationale und internationale Missionen folgen.
Nach dem Tod Hassan II. wurde Mohammed VI. am 23. Juli 1999 König von Marokko. Die traditionelle Huldigung fand im Thronsaal des Königspalasts in Rabat statt. Am 30. Juli 1999 hielt er seine erste Thronrede; zugleich wurde der 30. Juli als jährlicher Throntag festgelegt. Seine erste Auslandsreise als König führte ihn vom 25. bis 28. Dezember 1999 nach Saudi-Arabien, in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Tunesien.
Nach der Verfassung von 2011 ist der König Staatsoberhaupt, oberster Repräsentant des Staates, Symbol der Einheit der Nation und Garant der Kontinuität des Staates. Artikel 41 bestimmt seine religiöse Funktion als Amir al-Mu'minin und seine Präsidentschaft des Obersten Rates der Ulema. Die Verfassung weist dem König außerdem bestimmte Ernennungs-, Schieds-, Sicherheits- und strategische Funktionen zu; Artikel 53 bezeichnet ihn als Obersten Befehlshaber der Königlichen Streitkräfte. Regierung, Parlament, Gerichte und weitere Verfassungsorgane besitzen daneben eigene, in der Verfassung festgelegte Zuständigkeiten.
Am 12. Juli 2002 heiratete Mohammed VI. Lalla Salma. Am 8. Mai 2003 wurde Kronprinz Moulay El Hassan geboren. Am 28. Februar 2007 wurde Prinzessin Lalla Khadija geboren. Sie ist das zweite Kind des Königs.
Seit 1999 wurden unter Mohammed VI. zahlreiche Reform- und Entwicklungsprozesse angestoßen oder begleitet. Dazu zählen die Reform des Familienrechts 2003/2004, die Arbeit der Instance Équité et Réconciliation, die 2005 gestartete Initiative Nationale pour le Développement Humain, die Verfassungsreform von 2011, große Infrastrukturvorhaben sowie der Ausbau sozialer Sicherungssysteme. Bei der Einordnung ist zwischen königlicher Initiative oder strategischer Vorgabe und der anschließenden gesetzlichen, administrativen und finanziellen Umsetzung durch Regierung, Parlament, Kommissionen und staatliche Institutionen zu unterscheiden.
Die folgende Auswahl zeigt besonders gut dokumentierte Meilensteine der laufenden Regierungszeit. Sie erhebt keinen Anspruch, jede einzelne staatliche Maßnahme aufzulisten, sondern konzentriert sich auf Prozesse, die durch offizielle Reden, Verfassungsdokumente oder institutionelle Quellen klar datiert sind.
Am 23. Juli wird Mohammed VI. König. Am 30. Juli hält er seine erste Thronrede und bestimmt den 30. Juli zum jährlichen Throntag.
2003 stellt der König dem Parlament Leitlinien für eine Reform des Familienrechts vor. Der neue Familienkodex wird 2004 verabschiedet; die Umsetzung erfolgt über Gesetzgebung und Justiz.
Installation der Wahrheits- und Versöhnungskommission IER zur Aufarbeitung schwerer Menschenrechtsverletzungen der Vergangenheit; später werden Empfehlungen und Entschädigungsmaßnahmen weiterverfolgt.
Start der Initiative Nationale pour le Développement Humain zur Bekämpfung von Armut, Ausgrenzung und territorialen Entwicklungsdefiziten.
Am 9. März kündigt Mohammed VI. eine tiefgreifende Verfassungsreform an. Die neue Verfassung wird nach einem Referendum im Juli 2011 in Kraft gesetzt.
Der König nimmt an der Eröffnung des hochrangigen Segments der UN-Klimakonferenz COP22 in Marrakesch teil.
Nach dem 2016 eingereichten Beitrittsantrag wird Marokko wieder Mitglied der Afrikanischen Union.
Einweihung der Hochgeschwindigkeitsverbindung Al Boraq zwischen Tanger und Casablanca.
Mohammed VI. kündigt eine Sonderkommission für ein neues Entwicklungsmodell an; die Kommission wird Ende 2019 eingesetzt.
In der Thronrede wird ein Fünfjahresprozess zur schrittweisen Ausweitung der sozialen Absicherung angekündigt, beginnend mit obligatorischer Krankenversicherung und Familienleistungen.
Die Sonderkommission legt ihren Bericht zum Nouveau Modèle de Développement vor. Das Modell wird anschließend in staatliche Programme und Reformplanung einbezogen.
Der König beauftragt die Regierung mit einem neuen Überprüfungsprozess des Familienkodex unter Beteiligung der zuständigen Institutionen.
Die Außenpolitik seiner Regierungszeit umfasst enge Beziehungen zu Europa, arabischen Staaten, den Vereinigten Staaten und zahlreiche Partnerschaften in Afrika. Marokko stellte 2016 offiziell den Antrag auf Aufnahme in die Afrikanische Union und kehrte im Januar 2017 in die Organisation zurück. Afrikanische Wirtschafts-, Infrastruktur-, Religions- und Entwicklungskooperation ist seitdem ein besonders sichtbarer Schwerpunkt der marokkanischen Diplomatie.
Während seiner Regierungszeit wurden zahlreiche Infrastruktur-, Stadtentwicklungs-, Kultur- und Energieprojekte realisiert. Dazu gehören unter anderem der Ausbau des Hafens Tanger Med, die Hochgeschwindigkeitsverbindung Al Boraq und große Programme im Bereich erneuerbarer Energien. Parallel wurden historische Monumente, Medinas, religiöse Einrichtungen und kulturelle Institutionen restauriert oder ausgebaut. Solche Projekte werden von unterschiedlichen öffentlichen und privaten Trägern umgesetzt und finanziert.
Die Regierungszeit Mohammeds VI. dauert an; eine abschließende historische Bewertung wäre daher verfrüht. Für eine sachliche Einordnung dokumentiert dieses Profil deshalb datierte Entscheidungen, öffentliche Initiativen, Verfassungsänderungen, institutionelle Reformprozesse und große Entwicklungsprojekte, ohne daraus ein abschließendes Gesamturteil abzuleiten.
Mohammed VI. wird in Rabat geboren.
Beginn der frühen Ausbildung an der Koranschule des Königspalasts.
Anschließend Fortsetzung der Ausbildung am Collège Royal.
Vertretung Hassan II. bei der Gedenkfeier für Georges Pompidou in Paris.
Abschluss am Collège Royal.
Licence in Rechtswissenschaften in Rabat; im selben Jahr Ernennung zum Koordinator der Büros und Dienste des Generalstabs der Königlichen Streitkräfte.
C.E.S. in Politikwissenschaft mit Auszeichnung.
Weiterführendes Diplom in öffentlichem Recht; ab November mehrmonatiges Praktikum bei Jacques Delors in Brüssel.
Doktor der Rechtswissenschaften an der Universität Nice-Sophia Antipolis; Dissertation zur Zusammenarbeit EWG–Maghreb.
Beförderung zum Général de Division.
Thronbesteigung nach dem Tod Hassan II.
Erste Thronrede; der 30. Juli wird als jährlicher Throntag festgelegt.
Besuche in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Tunesien.
Heirat mit Lalla Salma.
Geburt von Kronprinz Moulay El Hassan.
Vorstellung und parlamentarische Behandlung zentraler Reformen des Familienkodex.
Installation der Instance Équité et Réconciliation.
Start der Initiative Nationale pour le Développement Humain.
Geburt des zweiten Kindes des Königs.
Ankündigung der Reform im März; neue Verfassung nach Referendum im Juli.
Teilnahme an der Eröffnung des hochrangigen Segments der UN-Klimakonferenz.
Marokko kehrt in die Afrikanische Union zurück.
Einweihung der Hochgeschwindigkeitsverbindung Tanger–Casablanca.
Ankündigung und Einsetzung einer Sonderkommission für ein neues Entwicklungsmodell.
Ankündigung der schrittweisen Generalisierung des Sozialschutzes.
Übergabe des Berichts der Sonderkommission.
Ein neuer institutioneller Überprüfungsprozess der Moudawana wird eingeleitet.
Die offizielle Biografie von Maroc.ma führt eine umfangreiche Liste internationaler Orden, Ehrungen und Preise. Eine Auswahl:
Die vollständige offizielle Liste ist in den Quellen am Seitenende verlinkt.
Bei mittelalterlichen Regierungsdaten können Chronologien und Schreibweisen je nach Quelle leicht variieren.