
Saadier-Gräber
Die Saadier-Gräber (französisch: Tombeaux Saadiens) liegen im Kasbah-Viertel der Medina von Marrakesch, Marokko. Es handelt sich um die königliche Nekropole der Saadier-Dynastie aus dem 16. Jahrhundert. Berühmt sind sie für ihren Carrara-Marmor, ihre Zellij-Mosaike und ihre kunstvollen Zedernholzschnitzereien. 1917 wurden sie nach Jahrhunderten des Vergessens wiederentdeckt.
Höhepunkte und Architektur
Das Herzstück der Anlage ist der Saal der zwölf Säulen (Salle des douze colonnes). Dieser quadratische Saal wird von zwölf Säulen aus Carrara-Marmor getragen, die eine kunstvolle Muqarnas-Kuppel stützen. Hier liegen Sultan Ahmad al-Mansur und Mitglieder seiner Familie begraben.
Die Anlage umfasst zwei Mausoleen und einen Gartenhof. Das große Mausoleum besteht aus drei verbundenen Sälen: Der linke Saal mit einer Mihrab-Nische diente ursprünglich als Gebetsraum; in der Mitte liegt der Saal der zwölf Säulen; rechts befindet sich der „Saal der drei Nischen”, in dem Nachkommen der Saadier-Herrscher bestattet sind. Zur Dekoration gehören Zellij-Fliesenmosaike, Stuckarbeiten, geschnitzte Zedernholzdecken und italienischer Marmor.
Praktische Besuchsinformationen
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Öffnungszeiten: In der Regel täglich 9:00–17:00 Uhr, letzter Einlass etwa 16:30 Uhr. Einige Quellen nennen eine Mittagspause (12:00–15:00 Uhr); freitags ist nur nachmittags geöffnet. Es empfiehlt sich, die Zeiten vorab zu prüfen.
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Eintritt: Die Angaben schwanken. Neuere Quellen nennen für ausländische Erwachsene etwa 100 Dirham, für Kinder und marokkanische Staatsangehörige 20 Dirham. Ältere Angaben liegen bei 60–70 Dirham. Maßgeblich ist der Preis vor Ort.
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Tipps: Die Anlage ist klein; ein Besuch dauert etwa 20–30 Minuten. Da sie sehr beliebt ist, sind die Warteschlangen oft lang. Empfehlenswert ist ein Besuch früh am Morgen direkt zur Öffnung oder kurz vor Schluss. Angemessene Kleidung (Schultern und Knie bedeckt) ist erforderlich.
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Adresse: Rue de la Kasbah, Marrakesch (neben der Kasbah-Moschee).
Geschichte
Eine Geschichte der „Vermauerung"
Die Grabanlage wurde im späten 16. Jahrhundert errichtet. Unter dem Alawiden-Sultan Moulay Ismail wurde sie jedoch zugemauert, um die Erinnerung an die Saadier-Dynastie zu tilgen. Mehr als zwei Jahrhunderte geriet sie in Vergessenheit – bis sie 1917 bei einer Luftvermessung zufällig wiederentdeckt wurde.