Die marokkanische Menschenrechtsorganisation OMDH erhebt schwere Vorwürfe gegen die spanischen Behörden in der autonomen Stadt Ceuta. In einem dringenden Appell fordert sie nicht nur humanitäre Hilfe für gestrandete marokkanische Staatsbürger, sondern auch eine gerichtliche Untersuchung zu Berichten über sexuelle Übergriffe und Belästigungen.
Rabat/Ceuta – Die Organisation Marocaine des Droits de l’Homme (OMDH) hat einen dramatischen Bericht über die Lage mehrerer marokkanischer Staatsangehöriger in der spanischen Enklave Ceuta veröffentlicht. Das Dokument, das der Nachrichtenplattform Hespress FR vorliegt, zeichnet ein erschreckendes Bild von prekären Lebensbedingungen und ruft die spanische Regierung zu sofortigem Handeln auf.
Humanitäre Notlage: Kein Zugang zu Wasser, Nahrung und Obdach
Laut OMDH sind zahlreiche Marokkaner, darunter viele Frauen, Kinder und unbegleitete Minderjährige, in Ceuta gestrandet und von der Außenwelt abgeschnitten. Die Menschenrechtsorganisation warnt vor einer drastischen Verschlechterung der Versorgungslage. Viele der Betroffenen seien akut von Nahrungsmittel- und Wasserknappheit betroffen und verfügten über keine angemessene Unterkunft.
Die Organisation beruft sich auf eigene Beobachtungen vor Ort und die Auswertung von Zeugenaussagen. Demnach sind viele der Gestrandeten gezwungen, auf den Straßen oder in überfüllten öffentlichen Räumen zu übernachten, was ihre Sicherheit und Gesundheit gefährdet. Die einzige Unterstützung komme derzeit von marokkanischstämmigen Einwohnern Ceutas und lokalen Hilfsorganisationen, deren Ressourcen jedoch stark begrenzt seien.
„Die Schutzbedürftigkeit dieser Personen, insbesondere der Kinder und Frauen, erfordert eine sofortige und effektive Reaktion der spanischen Behörden“, so die OMDH in ihrer Stellungnahme.
Schockierende Vorwürfe: Sexuelle Übergriffe und Belästigung
Neben der humanitären Katastrophe erhebt die OMDH schwerwiegende Vorwürfe, die weit über die Versorgungsengpässe hinausgehen. Die Organisation fordert die Einleitung einer gerichtlichen Untersuchung zu mutmaßlichen Fällen von Gewalt, darunter insbesondere sexuelle Übergriffe und Belästigung.
Nach Aussagen von Betroffenen, die von der OMDH gesammelt wurden, sollen mehrere marokkanische Staatsbürger, darunter junge Frauen und Minderjährige, Opfer von sexueller Gewalt geworden sein. Die Organisation betont, dass diese Anschuldigungen nicht ignoriert werden dürften und fordert die spanische Justiz auf, den Vorwürfen konsequent nachzugehen.
“Wir haben glaubwürdige Berichte über sexuelle Aggressionen und Fälle von Belästigung erhalten”, erklärte die OMDH in ihrem Communiqué. “Die Opfer benötigen dringend psychologische und rechtliche Unterstützung.”
OMDH an Spanien: “Schutz der Würde hat oberste Priorität”
Die marokkanische Menschenrechtsorganisation appelliert eindringlich an die spanische Regierung, ihrer staatlichen Schutzverantwortung nachzukommen. Madrid sei völkerrechtlich verpflichtet, das Leben und die Unversehrtheit aller Personen auf seinem Hoheitsgebiet zu gewährleisten, unabhängig von deren Herkunft.
Die Forderungen der OMDH im Überblick:
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Sofortige Sicherstellung der Grundversorgung: Zugang zu Trinkwasser, Nahrung, medizinischer Versorgung und Notunterkünften für alle Gestrandeten.
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Unabhängige Justizuntersuchung: Lückenlose Aufklärung der Vorwürfe zu sexueller Gewalt und Übergriffen.
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Opferschutz: Bereitstellung von psychosozialer und rechtlicher Betreuung für die Betroffenen.
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Unterstützung für Helfer: Erleichterung des Zugangs für lokale Hilfsorganisationen, um ihre lebensrettende Arbeit fortzusetzen.
Die OMDH warnt davor, dass jede weitere Verzögerung die prekäre Lage der Betroffenen weiter verschärfen würde. Die Organisation erwartet von Spanien ein entschlossenes Handeln, das den Prinzipien der Menschlichkeit und der Nichtdiskriminierung entspricht.
Maroc Royal Hespress
